Albocasser, Spanien: Gefangener in Isolationshaft getötet

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Ein toter Gefangener des Albocásser-Gefängnisses (Region Castellon, Valencia, Spanien) weist Spuren starker (heftiger) Misshandlungen auf. Die Gefängnisverwaltung weigert sich die Familie über die Umstände aufzuklären.

Manuel Fernández Jíménez

27.10.2017 – Manuel Fernández Jíménez war zuerst im Gefängnis von Villan (Alicante II). Dort hatte er ein Problem mit einem Mitgefangenen, der sich seinen Fernseher ausgeliehen hatte und ihn nicht zurückgeben wollte. Es kam zu einer Prügelei. Manuels Mutter sprach mit dem Gefängnisdirektor und bat ihn ihren Sohn auf eine andere Station zu verlegen, um weitere Probleme zu vermeiden. Der Direktor sagte, dass er nichts tun könnte. Die zwei Gefangenen gerieten wieder aneinander und als Strafe wurde Manuel in das Gefängnis von Albocásser (Castellón II) in Isohaft verlegt.

Nach zehn oder zwölf Tagen rief die dortige Direktion Manuels Mutter an und sagten ihr, dass er am So. den 22.Oktober um 13h gestorben sei. Sie sprach mit einem Angestellten des Gefängnisses wegen der Überführung der Leiche nach Murcia. Das Gefängnis schickte ihr keinerlei Papiere zu, keine Sterbeurkunde, keinen Autopsiebericht, nichts. Sie lies das fehlen der Papiere und die Auskunftsverweigerung von Seiten des Gefängnisses von einem Anwalt dokumentieren. Als sie das Bestattungsinstitut anrief, sagten die, dass sie nicht wüssten, wann der Körper von Manuel überführt wird. Erst in letzter Minute wurde sie benachrichtigt und kam um 18.30h in Murcia an.

Die Mitarbeiter des Bestattungsinstitut wollten nicht, dass sie die Leiche ihres Sohnes sieht. Als sie darauf bestand, stimmten sie widerwillig zu, betonten aber, dass ausschliesslich die Eltern ihn sehen dürften. Er war bis zum Hals bedeckt, so dass nur das Gesicht zu sehen war, welches zahlreiche Wunden (Verletzungen) aufwies, unter anderem Zahnspuren (Bisswunde) auf der Stirn. Seine Mutter verlangte, dass er aufgedeckt wird und konnte sehen, dass er Verletzungen und Hämatome am ganzen Körper aufwies: Eine Wunde am Kinn wurde von jemanden in der Nähe stehenden als Taser-Verbrennung identifiziert.

Spuren an den Handgelenken, Armen und auf den Knöcheln die von Handschellen und Seilen stammen; gebrochene Finger und zertrümmerte, gerissene Fingernägel; die Brust voller Verletzungen und Spuren am Hals… Die Mutter fotografierte alles und rief die Nationalpolizei an, damit die sich das mal ansehen. Vier Beamte kamen, weigerten sich aber, den Körper anzusehen mit der Begründung, dass das nicht ihre Sache wär, da der Tod in Castellón stattfand.

Die Familie ist schockiert und angewidert von diesem Geschehen. Sie haben nicht nur einen toten 28-jährigen Jungen zurückbekommen, der nur wenige Tage zuvor völlig gesund war – sie haben der Mutter den Tod ihres Sohnes mit wahrer Brutalität mitgeteilt und haben sich bisher zu jeder Zeit geweigert, auch nur die geringste Information preiszugeben. Auf Anfragen kam nur bürokratische Arroganz und keinerlei Respekt vor dem Schmerz und der Angst…

Die Familie glaubt, dass er in den Händen der Schliesser gewaltsam gestorben ist, da Manuel sich in Isohaft befand und keinerlei Kontakt zu anderen Personen hatte. Die Familie plant, der Sache auf den Grund zu gehen und hat bereits eine Klage im Gericht von Murcia eingereicht. Sie fordern eine zweite Autopsie. Ihr Anwalt teilte ihnen mit, dass ihr Antrag abgelehnt wurde, bis die Ergebnisse der ersten Autopsie – die angeblich in Castellón durchgeführt wurde – bekannt sind. Sie fürchten nun, wenn das medizinische Gutachten weiter hinausgezögert wird, wird es nicht mehr möglich sein, nachzuvollziehen was wirklich geschehen ist, ausserdem besteht die Möglichkeit, dass das Gericht die Einäscherung befiehlt… ohne Autopsie.

Quelle im Original
dt. Übersetzung: Fuera del Orden

familias frente a la crueldad carelaria


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