Berlin: nach rassistischem Angriff Demo zur JVA Lichtenberg am 28. Oktober 2017

Samstag – 28. Oktober 2017 – Demonstration in Solidarität mit Gülaferit Ünsal zur Berliner JVA Lichtenberg

Start: 18 Uhr S+U Frankfurter Allee

Erklärung Soligruppe Gülaferit zu den Ereignissen am 8.10. in der JVA
Lichtenberg:

Knapp drei Monate vor der Haftentlassung* unserer Freundin und Genossin
Gülaferit lässt das Knastsystem die Situation eskalieren. Die
fortwährenden Provokationen und Schikanen gegen Gülaferit gipfeln in
einem brutalen Angriff.

Was ist passiert: Bei einem Besuch schilderte uns Gülaferit wie es am
8.10. zu dem Angriff kam. Sie ging in die Zelle einer Mitgefangenen um
das permanente Abspielen extrem lauter Musik zu stoppen. Daraufhin ging
die Mitgefangene auf sie los und attackierte sie mit Fäusten. Ebenfalls
drückte die Mitgefangene Gülaferit mit einem Besenstiel vor dem Hals an
die Wand und beschimpfte sie rassistisch. Gülaferit wurde verletzt und
musste auf der Krankenstation behandelt werden, sie trug an mehreren
Körperstellen Hämatome (Blaue Flecken) davon.

Der Hintergrund ist eine monatelange andauernde Streitigkeit mit der
Mitgefangenen über „Musiklautstärke“, rassistische Äußerungen ihr und
anderen Gefangenen gegenüber sowie die verleumderischen Behauptungen,
Gülaferit sei eine „Terroristin“ und “Bombenlegerin”.

Laut Gülaferit haben sich die Wärter bei der Attacke nicht blicken
lassen, obwohl lautes Geschrei durch den Angriff hörbar war.

Das Nichtverhalten der JVA gegenüber Auseinandersetzungen zwischen den
Gefangenen hat System. Der Knast trägt die Verantwortung für diesen
Angriff. Er hat diesen Angriff provoziert und er zeigt den anderen
gefangenen Frauen, dass es keine Konsequenzen hat, wenn sie Gülaferit
angreifen oder provozieren. Im Gegenteil, oft bekommen die
Mitgefangenen, die das perfide Knastspiel mitmachen, sogar noch
Privilegien dafür. Schon seit Beginn ihrer Haft wird Gülaferit im
Frauengefängnis Berlin Lichtenberg schikaniert und isoliert. Frei nach
dem Motto ‘teile und herrsche’ werden die Gefangenen gegeneinander
ausgespielt und so davon abgehalten sich kollektiv gegen das Knastsystem
zu stellen. So kann es reibungslos funktionieren und die Gräben zwischen
den Gefangenen vertiefen.

Gülaferits Forderung, dass die Angreiferin verlegt wird, kam der Knast
nicht nach. Seit Jahren setzt sich Gülaferit gegen Schikanen und
Ungerechtigkeiten im Knast zur Wehr und das wird sie bis zum letzten
Knasttag tun. Sie lässt sich auch durch Beschwichtigungstaktiken vom
Knast nicht kaufen.

Gülaferit braucht unsere Solidarität, gerade auch jetzt, wo sie kurz vor
ihrer Entlassung steht.

Den 28.10.2017 wollen wir zum Anlass nehmen um zu einer “Demonstration
gegen institutionalisierten Rassismus” zum Frauenknast Lichtenberg
aufzurufen.

Kommt am Samstag, 28.10 um 18 Uhr zum S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee

Gülaferit ist nicht alleine!

*Die linke politische Gefangene wurde am 21. Oktober 2011 in
Griechenland festgenommen, an Deutschland ausgeliefert und sitzt seit
dem Juni 2012 eine 6,5 jährige Haftstrafe nach §129b ab. Diese geht bald
zuende.

http://soligruppeguelaferituensal.blogsport.de/


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